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瞻卬

《大雅·荡之什》

瞻卬昊天,则不我惠。孔填不宁,降此大厉。邦靡有定,士民其瘵。

蟊贼蟊疾,靡有夷届。罪罟不收,靡有夷瘳。

人有土田,女反有之。人有民人,女覆夺之。此宜无罪,女反收之。

彼宜有罪,女覆说之。

哲夫成城,哲妇倾城。懿厥哲妇,为枭为鸱。妇有长舌,维厉之阶。

乱匪降自天,生自妇人。匪教匪诲,时维妇寺。

鞫人忮忒。谮始竞背。岂曰不极?伊胡为慝?如贾三倍,君子是识。

妇无公事,休其蚕织。

天何以剌?何神不富?舍尔介狄,维予胥忌。不吊不祥,威仪不类。

人之云亡,邦国殄瘁。

天之降罔,维其优矣。人之云亡,心之忧矣。天之降罔,维其几矣。

人之云亡,心之悲矣。

觱沸槛泉,维其深矣。心之忧矣,宁自今矣?不自我先,不自我后。

藐藐昊天,无不克巩。无忝皇祖,式救尔后。

Einführung in das „Shijing“:

1. Das „Shijing“ markiert den Beginn der antiken chinesischen Dichtung und ist die früheste Sammlung von Gedichten. Es umfasst Gedichte aus der Zeit vom Beginn der Westlichen Zhou-Dynastie bis zur Mitte der Frühlings- und Herbstperiode (11. bis 6. Jahrhundert v. Chr.) und enthält insgesamt 311 Gedichte. Sechs davon sind sogenannte „Sheng-Gedichte“, d. h. Gedichte, die nur einen Titel, aber keinen Text enthalten; sie werden als die „Sechs Sheng-Gedichte“ bezeichnet („Nan Gai“, „Bai Hua“„Huashu“, „Yugeng“, „Chongqiu“ und „Yuyi“), die das gesellschaftliche Bild der etwa 500 Jahre vom Beginn bis zum Ende der Zhou-Dynastie widerspiegeln.

2. Die Autoren des „Shijing“ sind unbekannt; die meisten können nicht mehr identifiziert werden. Der Überlieferung zufolge wurden die Gedichte von Yin Jifu gesammelt und von Konfuzius zusammengestellt. Inhaltlich gliedert sich das „Shijing“ in drei Teile: „Feng“, „Ya“ und „Song“.„Feng“ umfasst Volkslieder aus verschiedenen Regionen der Zhou-Dynastie; „Ya“ umfasst die vornehme Musik der Zhou-Leute und unterteilt sich weiter in „Xiao Ya“ und „Da Ya“; „Song“ umfasst die Gesänge für Opferzeremonien am Hofe des Zhou-Königs und in den Ahnenhallen des Adels und unterteilt sich weiter in „Zhou Song“, „Lu Song“ und „Shang Song“.

3. Konfuzius fasste den Grundgedanken des „Shijing“ als „Unschuld“ zusammen und lehrte seine Schüler, das „Shijing“ als Maßstab für ihre Worte und Taten zu lesen. Unter den Philosophen der vorqinischen Zeit zitierten viele das „Shijing“; so führten beispielsweise Menzius, Xunzi, Mozi, Zhuangzi und Han Feizi bei der Darlegung ihrer Theorien häufig Sätze aus dem „Shijing“ an, um ihre Überzeugungskraft zu verstärken.

4. Künstlerische Merkmale des „Shijing“:

(1) Der Einsatz von „Fu“, „Bi“ und „Xing“ ist ein wichtiges Merkmal der Kunst des „Shijing“ und begründete die grundlegenden Techniken der antiken chinesischen Dichtkunst.

(2) Die Versform besteht hauptsächlich aus Vierzeilern, ergänzt durch gemischte Versformen; strukturell wird häufig die Form wiederholter Strophen und Zeilen verwendet, was den Rhythmus und die musikalische Schönheit der Gedichte verstärkt.

(3) Die Sprache ist reichhaltig und vielfältig; durch den umfangreichen Einsatz rhetorischer Mittel wie Alliteration und Wortwiederholung werden die Gedichte anschaulich und klanglich harmonisch.

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